Veröffentlicht am: 26.01.2026
Ausstellung „Jüdische Nachbarn“ zu Gast am Wirtschaftsgymnasium des Erich‑Brost‑Berufskollegs
Anlässlich des Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Januar 2026 hatte das Wirtschaftsgymnasium des Erich‑Brost‑Berufskollegs die besondere Gelegenheit, die landesweite Wanderausstellung „Jüdische Nachbarn“ an der Schule zu begrüßen. Die Schülerinnen und Schüler nutzten die Ausstellung intensiv, um sich mit jüdischem Leben vor der Zeit des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen und historische Zusammenhänge aus einer persönlichen Perspektive zu begreifen.
Einblicke in jüdisches Leben
Die Ausstellung „Jüdische Nachbarn“ erzählt anhand von 19 eindrucksvollen Biografien vom jüdischen Alltag zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Lippe, dem Rheinland und Westfalen. Ziel ist es, jungen Menschen einen unmittelbaren Zugang zur Lebenswelt jüdischer Bürgerinnen und Bürger vor der späteren Verfolgung durch das NS-Regime zu ermöglichen. Die Präsentation wurde von den fünf Bezirksregierungen Nordrhein‑Westfalens entwickelt und richtet sich insbesondere an Schulen.
Dabei setzt die Ausstellung bewusst auf einen biografischen Ansatz: Persönliche Geschichten machen historische Entwicklungen nachvollziehbar und zeigen auf, wie vielfältig und selbstverständlich jüdisches Leben bis 1933 in den Städten und Gemeinden des heutigen Nordrhein‑Westfalens verankert war. Dieser Perspektivwechsel trägt dazu bei, Vorurteile abzubauen und Empathie zu fördern.
Bedeutung für die Schulgemeinschaft
Für die Schülerinnen und Schüler unseres Wirtschaftsgymnasiums bot die Ausstellung eine wertvolle Ergänzung zum Unterricht in Geschichte, Politik und Religion. In geführten Rundgängen und eigenständigen Erkundungen setzten sie sich mit einzelnen Lebensgeschichten auseinander und reflektierten, wie aus Nachbarn plötzlich Ausgegrenzte wurden und welche Verantwortung daraus für unsere heutige Gesellschaft erwächst.
Die Beschäftigung mit der Ausstellung ist nicht nur ein Blick in die Vergangenheit, sondern zugleich ein Beitrag zur demokratischen Werteerziehung: Sie fordert dazu auf, sensibel gegenüber jeglicher Form von Diskriminierung zu bleiben und Vielfalt als gesellschaftlichen Reichtum anzuerkennen.
Ein wichtiger Beitrag gegen das Vergessen
Gerade am Holocaust‑Gedenktag wird deutlich, wie entscheidend Erinnerungskultur für eine offene, respektvolle und demokratische Gesellschaft ist. Die Ausstellung „Jüdische Nachbarn“ leistet hierzu einen wertvollen Beitrag, indem sie die Geschichte jüdischen Lebens sichtbar macht und mit persönlichen Schicksalen verbindet.
Wir danken allen Beteiligten, die die Präsentation an unserer Schule ermöglicht haben, und freuen uns über das große Interesse unserer Schülerinnen und Schüler.
Weitere Informationen zur Ausstellung: https://www.bra.nrw.de/presse/landesweite-ausstell...
[M. Rispoli & M. Weger]